Manga-Figuren zeichnen lernen | 1-wöchiger Selbstversuch

Manga-Figuren zeichnen lernen | 1-wöchiger Selbstversuch

„Manga“ – manche können mit dem Begriff etwas anfangen, andere jedoch haben keinen blassen Schimmer, worum es sich dabei handelt. So bezeichnet man nämlich die aus Japan stammenden Comics, welche sich durch einen besonderen Zeichenstil hervorheben. Diese Zeichenart wird auch in „Anime“ verwendet, den ebenfalls japanischen Zeichentrickserien.
Nun gilt es für mich also, diesen Zeichenstil genauer unter die Lupe zu nehmen und in einer Woche zu erlernen. Dazu verwende ich ein Hilfsmittel, nämlich das Buch

Die Kunst des Zeichnens
Übungsbuch
Comic
Manga
Fantasy

In diesem wird das Zeichnen eines Manga-Charakters Schritt für Schritt erklärt, von den Hilfslinien über das Kolorieren bis hin zur Fertigstellung der Figur:

Da der Kopf meist am schwersten zu zeichnen ist, fange ich damit an. Als Hilfslinie reicht hierfür zuerst ein einfaches Oval, welches mit einem weiteren Strich horizontal halbiert wird. Zwei weitere Striche für Mund und Nase und schon können die bleibenden Striche eingezeichnet werden, die später die eigentliche Zeichnung ergeben. Nun wird es etwas schwieriger, da man auf Details achten muss, um den Charakter einzigartig erscheinen zu lassen. Auf Bild 1 (oben) sind die Hilfslinien sowie mein endgültiger Versuch, den Kopf zu zeichnen, abgebildet. Da ich damit schon sehr zufrieden war, habe ich sogleich Schattierungen eingezeichnet, um die Zeichnung etwas plastischer wirken zu lassen. Gleichzeitig sollte man jedoch beachten, dass Mangas nicht dazu bestimmt sind, 3D zu wirken, man sollte es also mit dem Schattieren nicht übertrieben.   

Nun folgte der Körperbau. Der Körper eines Menschen ist durchschnittlich 7 Köpfe groß, für die Hilfslinien zeichnet man also 7 Ovale von der gewünschten Kopfgröße. Daraufhin zeichnet man Hilfslinien für die Pose der Figur ein. Diese sind auf Bild 1 (unten) zu sehen. Wenn sich die Figur beispielsweise duckt, ist der Körperbau folglich auch nicht 7 Köpfe groß. Um solche Posen zeichnen zu lernen, ist es eine gute Übung von sich selbst Fotos aufzunehmen (in der gewünschten Pose) und diese dann mit Hilfslinien knapp nachzuzeichnen. Nachdem man die Körperteile eingezeichnet hat, darf man seiner Kreativität freien Lauf lassen, da man nun die Kleidung, Accessoires und alle nur erdenklichen Details einzeichnen kann. Meine ersten Versuche (Bild 1 unten) waren jedoch eher von schlichter Kleidung gekennzeichnet.

Zuletzt stellte ich meine neuen Erkenntnisse auf die Probe, indem ich einen vollständigen Manga-Charakter zeichnete. Action und Science-Fiction schwebten mir als Thema vor. Auf einem Blatt Papier zeichnete ich zuerst Hilfslinien ein, durch die ich später (mit einem stärkeren Stift) den Körper, die Rüstung und andere Details hinzufüge. In Bild 2 ist mein Ergebnis zu sehen.


Nun ging es ans Kolorieren. Hierfür empfiehlt der Autor, die Zeichnung zu scannen, um sie mit einem Computerprogramm, beispielsweise Photoshop, bearbeiten zu können. Zu diesem Zweck fotografierte ich meine Figur einfach, installierte die kostenlose App „SketchBook“, fügte dort mein Bild ein und zog die Linien auf einer neuen Ebene mit einem der zur Verfügung stehenden digitalen Stifte nach (Tuschezeichner).
Daraufhin folgen die so genannten Grundfarben. Jede Fläche wird in einer Farbe eingefärbt, ohne auf Schattierungen oder Ähnliches zu achten. Mein bisheriger Charakter ist auf Bild 3 zu begutachten.


Der schwerste Teil ist nun geschafft, als Nächstes erstelle ich eine neue Ebene, wähle den „Durchfluss Airbrush“ aus und stelle die Farbe auf schwarz um. Auf dieser neuen Ebene füge ich nun Schattierungen hinzu. Da diese jedoch nicht schwarz bleiben, sondern die schon vorhandene Farbe verdunkeln sollen, stelle ich die Opazität der Ebene herunter (Bild 4).


Im letzten Schritt fehlen nur noch die Lichteinfälle. Hierfür mache ich genau dasselbe wie beim Schattieren, jedoch stelle ich die Farbe diesmal auf weiß. Nun noch letzte Details, wie Reflexionen des Lichts auf metallenen Oberflächen, hinzufügen. Danach stelle ich die Opazität wieder herunter und fertig ist mein Charakter.
Das Endergebnis meines Selbstversuchs ist auf Bild 5 zu sehen.

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