Wie uns das Denken in Gruppen beeinflusst

Wie uns das Denken in Gruppen beeinflusst

Als ich mit dem Schreiben dieses Artikels begonnen habe, startete ich eine kleine Umfrage in einer WhatsApp-Gruppe mit einigen zufälligen Mitgliedern. Ich fragte diese, wie sie zum Gruppendenken stehen und ob sie der Meinung sind, dass Menschen in Gruppen eher gute oder schlechte Entscheidungen treffen. Die Ergebnisse sind folgende: Von acht Befragten sagen sieben von sich selbst, dass sie etwas von der Meinung anderer Personen beeinflusst werden. Nur einer denkt, dass er stets bei seiner Sichtweise bleibt. Vier von den acht Befragten dachten, dass man in einer Gruppe schlauer ist, einer dachte das Gegenteil und drei schrieben, dass es auf die Gruppe und Situation ankommen würde.

Was ist die Psychologie, die hinter Gruppendenken (auch: Groupthink) steckt?                                                                       

Es gibt zwei bedeutende Szenarien: Man kann seine Meinung komplett verdrängen und das tun, was andere auch machen. So gehört man zur Gruppe und fällt nicht groß auf. Das ist ein einfacher Schutzmechanismus: Eine komplett andere Meinung zu vertreten, konnte früher tödlich enden und mit dieser Technik ist man auf keinen Fall in Gefahr. Die andere Möglichkeit ist, dass man in einer Gruppe etwas entscheidet und in den meisten Fällen wird das Endergebnis extrem sein. Dazu wurde vor einiger Zeit folgendes Experiment gemacht: Man hat Menschen die Geschichte von einem Autor erzählt, der mit seinen Büchern so viel Geld macht, dass er einigermaßen gut davon Leben kann. Der Autor bekommt aber nun ein Angebot, mit dem er entweder viel Gewinn oder viel Verlust macht. ‚Wie groß sollte die Erfolgschance in Prozent sein, damit der Autor zustimmen soll?‘, war die Frage, welche die Probanden alleine beantworten sollten. Die Ergebnisse waren verschieden, doch nie war die Antwort 0% oder 100% und die meisten wählten eine Zahl, welche in der Mitte der Chancen lag.  Anschließend sollten alle diese Frage als Gruppe beantworten. Das Ergebnis: Die Ergebnisse waren nun komplett verschieden. Manche Gruppen entschieden sich für eine sehr niedrige Prozentzahl, andere für eine sehr hohe. Die Mitte, also um die 50% wurde nun fast nicht gewählt. Solche Experimente wurden auch in naher Vergangenheit durchgeführt und die Ergebnisse bestätigten, dass man in Gruppen dazu neigt, viel extremere Entscheidungen zu treffen.

Wie erkennt man, dann man sich gerade in einer solchen Situation befindet?                                                                         

Man sollte sich immer zuerst fragen, ob man seine Meinung wegen wichtigen Argumenten ändert, oder ob man doch eher zur Gruppe gehören will. Auch zu bedenken ist, ob man die Entscheidung nun auch alleine so treffen würde und nicht nur, weil es ja ‚die Entscheidung der Gruppe ist‘ und man so bei einem Misserfolg nicht alleine die Schuld trägt. In Situationen des Gruppendenkens gibt es meist einen Anführer der Gruppe, der eine sehr starke Meinung zu dem Thema hat und die anderen Mitglieder der Menge folgen ihm meist. Wie jedoch oben erwähnt, sollte man trotzdem auf die Argumente anderer achten und diese nicht komplett ausblenden. Schließlich könnte etwas dabei sein, auf das man von alleine nicht gekommen wäre.

Fazit:                                                                                                                                                                                                           

Wir alle sollten öfters überlegen, ob die Meinung, die wir vertreten, auch wirklich unsere ist und alles offen, aber auch kritisch betrachten.

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